Ein paar Ideen für kleine Mitbringsel zur nächsten Grillparty, Geburtstagsfeier oder einfach für Menschen, denen man eine Freude bereiten will! Thema dieser Sammlung sind (Fake-) Mirabellen, Johannisbeeren, Tomaten, …
1. Idee: Mirabellenlikör
In meinem Fall waren es keine “echten” Mirabellen, wie mir immer alle sagen, aber ich nenne es trotzdem mal so. Vermutlich ist es eine wilde Variante, jedenfalls wachsen die bei uns überall. Blank schmecken sie schon wirklich lecker, aber wer das Vergnügen etwas länger konservieren will, der kann sie beispielsweise entsaften und zu Likör weiterverarbeiten. Dafür habe ich das frisch geerntete Obst einfach verlesen und gewaschen, bevor es in den großen Siebeinsatz meines Entsafters kam. Der funktioniert über Wasserdampf und ist wirklich so eine Arbeitserleichterung! Lieber zu viel Wasser einfüllen, bevor es noch leer wird, dann habe ich noch etwa 100g Zucker über die Mirabellen gestreut (es waren so circa 3kg). Deckel drauf, sicherstellen, dass der Ablaufschlauch dicht verschlossen und sicherheitshalber nach oben geklemmt ist und für eine Stunde bedampfen lassen. Den entstandenen Saft in eine Schüssel ablassen und messen, wie viel es geworden ist. Im noch heißen Zustand dann den Zucker unterrühren, bis dieser sich gelöst hat, anschließend den Alkohol und Zitronensaft hinzufügen und abschmecken. Für den Likör habe ich folgendes Verhältnis gewählt:
– 10 Teile frischer Saft (1l)
– 3 Teile Zucker (300g)
– 3 Teile Vodka (300ml)
– ein EL Zitronensaft
Je nach Geschmack kann der Likör mit mehr oder weniger Zucker in seiner Süße und variierendem Zitronensaft in der Säure angepasst werden (offensichtlich). Mir hat dieses Mischverhältnis gut geschmeckt, weil der Likör ein wenig dickflüssiger wurde und eine leichte Säure hat. Am besten schmeckt er gut gekühlt!
2. Idee: frischer Johannisbeersaft beziehungsweise Saft aus allem, was an Obst im Garten so übrig ist. Simpel aber lecker. Vor allem nachdem ich einen neuen Entsafter habe, nutze ich ihn gerne zur Gelee-Herstellung, weil aber unsere Kammer vor Marmeladen nur so strotzt – und da geht es sicher vielen aus meinem Umfeld genauso – versuche ich eigentlich nicht mehr, nur um der Verarbeitung Willen Marmeladen zu produzieren. Ein Saft geht noch schneller, wird wenigstens sofort konsumiert und stapelt sich nicht in der Kammer, denn dafür ist er gar nicht gedacht. Klingt eigentlich zu einfach um wahr zu sein, aber einfach alles übrige Gartenobst der Saison, zB rote, weiße, schwarze Johannisbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, … in den Siebeinsatz, mit etwas Zucker bestreuen und eine Stunde entsaften. Macht bis auf das Pflücken kaum Arbeit, kommt aber in kleine Flaschen gefüllt gut als Geschenk an. Den Saft kann man mit Wasser, Limo oder Sekt aufgießen, ich habe ihn mir mal in den Joghurt gerührt und fand es auch sehr lecker! Kleiner Tipp: ich kaufe meine Schlagsahne immer in Glasflaschen und verwende diese dann für Saft, Ketchup und so weiter.
3. Idee: Tomatenketchup. Gute Überleitung *hust*. Dieses Jahr ist es noch nicht ganz so weit, aber ich freue mich schon ungemein darauf, dass all die Tomaten reif werden. Letztes Jahr habe ich daraus zwei verschiedene Sorten Ketchup gemacht, einen Apfel-Tomaten-Ketchup und einen Indischen Gewürzketchup, später im Herbst sogar einen Zwetschgen-Ketchup! Es gibt aber so viele Möglichkeiten, dass ich gerne auch noch andere Sorten ausprobieren würde! Das waren Rezepte, die ich bisher getestet und für gut befunden habe:
Apfel-Tomaten-Ketchup:
– 2kg reife Tomaten
– 350g Zwiebeln (Gemüsezwiebeln)
– 1gk Äpfel (leicht säuerlich, zB Elstar)
– 100g brauner Zucker
– 250ml Apfelessig
– 4 Stiele Thymian
– 2 Lorbeerblätter
– 4 Gewürznelken
– Salz, Pfeffer, Muskat
Entweder man hat etwas parat, in das man die Gewürze einschließen kann, oder man fischt sie später aus dem Ketchup heraus. Ich habe ein zuklappbares Sieb für Tee verwendet. Dahinein kommen jetzt Lorbeerblätter, Nelken und Thymian. Äpfel und Tomaten waschen, Äpfel und Zwiebel(n) schälen, bei den Tomaten den Strung, bei den Äpfeln das Kerngehäuse entfernen und alle drei Komponenten klein schneiden. Alles zusammen in einen großen Topf und eine Stunde offen kochen lassen. Das Behältnis mit den Gewürzen entfernen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken,pürrieren und dann in ausgekochte Gläser füllen. Diese auf den Kopf stellen und auskühlen lassen, kühl und dunkel lagern.
In dem Ursprungsrezept stand maximal 6 Monate lagern, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass der Ketchup schlecht wurde. Für gewöhnlich können unsere Sinne wie Sehen und Riechen schon viel Aussage darüber geben, ob er noch gut ist oder nicht, wenn der Geschmackstest auch noch gut ausfällt, sollte es kein Problem sein (ohne Gewähr!!).
Indischer Ketchup: nachdem ich letztes Jahr den Ketchup ziemlich frei Schnauze gekocht hatte, wusste ich nicht mehr genau, wie er funktioniert hat. Vor kurzem habe ich ihn wieder gekocht und dabei kann ich folgendes Rezept mit an den Start geben:
– 1,5kg Tomaten
– 200g rote Zwiebeln
– 1 reife Mango*
– 4 Knoblauchzehen
– 1 TL Chiliflocken
– 3 TL Salz
– 50g Zucker (variiert je nach persönlichem Geschmack und Süße der Mango)
– 200ml Rotweinessig
– 2 TL Ingwer (am besten frisch)
– 4 TL gemahlenen Kreuzkümmel (ich mag es intensiv, Geschmackssache)
– 1/2 TL gemahlenen Koriander
– 1 TL gemahlenen Kurkuma
– 1 TL Garam Masala
Tomaten vom Strung entfernen, Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken, Mango schälen und vom Kern lösen. *= ich hatte das Problem, dass meine Mango sehr faserig war, und ich diese partout nicht mehr aus dem Ketchup bekommen habe. Eine Idee wäre deshalb, die Mango zunächst separat zu pürrieren und nach Faserigkeit zu schauen. Vielleicht kann man hier noch vernünftig mit einem Sieb Abhilfe verschaffen, später wäre das nicht mehr sinnvoll. Dann alle Zutaten in einen sehr großen Topf geben und abgedeckt bei niedrigster Stufe köcheln lassen. Bei mir waren es glaube ich 1,5 Stunden, bis ich ihn schließlich pürriert und dann relativ flott, weil er jetzt gerne anbrennt, in ausgekochte Flaschen gefüllt habe. Die Flaschen gleich nach dem Verschließen auf den Kopf stellen, testen, ob der Deckel sich angesaugt hat und fertig!
4. Idee: süßsaure Mirabellen. Ja, schon wieder Mirabellen, aber das ist jetzt doch etwas besonderes, wie ich finde. Etwas in der Art habe ich vorher noch nie gegessen und war begeistert.
– 375ml Weißweinessig
– 150g braunen Zucker
– etwas gemahlenen Zimt und Nelken
– 1/2 TL Chiliflocken
zusammen mit 1kg gewaschenen und entsteinten Mirabellen in einen Topf und etwas köcheln lassen. Noch heiß in ausgekochte Gläser füllen. Das tolle hierbei, zumindest nach meiner Erfahrung: der Sud lässt sich gefühlt immer weiter verwenden, um neue Mirabellen einzukochen, man sollte ihn vielleicht nur etwas nachwürzen. Außerdem kann ich ihn mir gut als Grundlage für eine exotische Soße vorstellen. Noch habe ich nicht heraus gefunden, wozu man die Mirabellen essen kann, aber blank schmecken sie toll!
