Faschingszeit hat einen großen Pluspunkt: es gibt überall Krapfen! Für mich und meine Familie ist aber eines ganz klar: wenn die mit Marmelade gefüllt sind, dann nur mit Hiffenmark! (=Marmelade aud Hagebutten) Auch wenn ich selbst auch Füllungen aus Vanillecreme oder Schoko-Nougat sehr zu schätzen weiß. Leider schmecken nicht jedes Bäckers Krapfen gut und bei uns ist es quasi Tradition, wenigstens einmal in der Faschingszeit Krapfen selbst zu backen. Das birgt zwar viele Tücken, aber ich habe mittlerweile einige gute Tipps von einem Koch in der Familie bekommen, die sie etwas gelingsicherer machen. Für wen es das erste Mal ist, der sollte vielleicht besser mit einer kleineren Menge starten, denn selbstgebackene Krapfen sollten möglichst noch am selben Tag genossen werden!

Meine größten Fallhürden sind immer die Menge des Mehls bis der Teig die richtige Konsistens hat und die Hitze des Frittierfetts. Außerdem kann es beim Befüllen passieren, dass sie an einer Stelle aufbrechen, wenn die Füllung zu nah am oberen oder unteren Rand landet. Jetzt aber erstmal zu den benötigten Utensilien, bevor es an das Rezept selbst geht. Auf jeden Fall braucht man eine Art von Spritz Apparat, entweder man versucht es mit einem Spritzbeutel oder gleich mit einer überdimensionalen Spritze zum Befüllen von Gebäck. Mit einem langen, dünnen Aufsatz kommt man dann auch bis in die Mitte des Krapfens. Eine Fritteuse ist auch empfehlenswert, auch wenn man es zur Not in einem Topf machen könnte. Die Temperatur sollte aber konstant auf 160-170°C gehalten werden können, wenn die Fritteuse oder der Topf das nicht anzeigt, braucht es noch ein Thermometer. Zu guter Letzt ist eine Küchenmaschine sehr praktisch, außerdem braucht es Messbecher, Waage und eine feine Reibe.
Beginnen wir mit den Backzutaten:
— 1kg Mehl plus ~300g in Reserve
— 150g Zucker
— 125g Butter
— 500ml Milch
— 1,5 Würfel frische Hefe oder 3 Päckchen Trockenhefe
— eine große Prise Salz
— 1 Orange (Für ein bisschen Abrieb der Schale)
— 4 Eigelb und 3 Volleier
Die Milch mit der Butter erwärmen, bis die Butter geschmolzen und alles circa auf Körpertemperatur ist, dann die Hefe und den Zucker darin lösen.

Das Mehl in die Küchenmaschine geben und mit dem Salz vermengen, dann Milchmischung, Eier und den Abrieb von etwa einer 1/4 Orange hinzu geben und mit dem Knethaken vermengen. Meine Maschine brauchte ein bisschen Hilfe, um das ganze Mehl zu fassen zu bekommen.

zu flüssig 
besser!
Jetzt kommt der etwas knifflige Teil, denn man muss abschätzen, wie viel zusätzliches Mehl der Teig braucht, bis er die richtige Konsistenz hat. Bei mir hat es schon noch einiges gebraucht, der Teig war zwar immer noch pappig, aber es genug Festigkeit hatte. Ist die gewünschte Konsistenz erreicht, wird die Schüssel mit einem frischen Handtuch abgedeckt und 30 Minuten an einem warmen Ort gehen gelassen.

Nach dem Aufgehen hat er sein etwa verdoppelt. Jetzt muss die Arbeitsfläche ordentlich gemehlt werden, dann kann der Teig vorsichtig aus der Schüssel auf die Fläche gebracht werden. Jetzt sollte er sich anfühlen wie eine junge Brust, wurde mir mal gesagt. Den Teig nun möglichst ohne die Luftblasen zu entfernen etwas flacher drücken auf circa 2-3 Zentimeter Dicke. Dann mit einem Glas Kreise ausstechen, den Restteig vorsichtig wieder homogen kneten und weiter ausstechen.

frisch aus der Schüssel 
ein Glas zum Ausstechen 
hier die Teiglinge und der Rest, der neu verknetet wird
Die noch fluffigen Teiglinge aus der ersten Ausstech-Runde können direkt frittiert werden, die späteren etwas entlüfteten habe ich noch mal ein bisschen gehen lassen.

Die Fritteuse wie gesagt auf 160-170°C heizen, dann mit einer Schaumkelle die Teiglinge vorsichtig ins Fett lassen, sodass kein Fett auf die Oberseite kommt. Die Unterseite goldbraun frittieren, dann wenden und die zweite Seite ebenfalls bräunen. Im Anschluss auf einem Zewa das überschüssige Fett abtropfen lassen.
Als Füllung gibt es bei uns traditionell Hiffenmark. Wer die Krapfen für Kinder macht, sollte es maximal mit etwas Orangensaft verdünnen. Für das gewisse Etwas kommt bei uns allerdings auf ein Glas Marmelade etwa 4 EL Amaretto, der mit der Marmelade glatt gerührt wird.

Die Füllung wird jetzt in die Spritze gefüllt und in die Krapfen gespritzt. Dazu in die Seite einstechen und die Füllung möglichst mittig in den Krapfen geben. Es ist Geschmackssache, wie viel oder wenig Marmelade hinein soll, außerdem braucht es ein bisschen Übung, die Menge abschätzen zu können.

Alternative Füllungen könnten eine Schokoladencreme, Vanillecreme, Nougat-Füllung oder ganz lecker auch eine Raffaello Creme sein, hier kann man kreativ werden. Nur eine Buttercreme würde ich weniger empfehlen.

Kurz vor dem Servieren
noch mit Puderzucker bestreuen und fertig! Bei einer solchen Leckerei
lohnt sich der Aufwand doch. Da es bei mir allerdings 38 Krapfen wurden,
haben wir die Familie zum Kaffe & Krapfen eingeladen, damit alles
am gleichen Tag gegessen wurde. Viel Spaß beim Nachbacken, guten Appetit
und Helau! 😉
~Alina
