Ich liebe es ja, Obst zu Marmelade zu verarbeiten, zu diversen Chutneys oder es einfach einzukochen, mit verschiedenen Gewürzen oder mal einem Schuss Amaretto. Das Problem ist nur, dass ich viel mehr einkoche, als wir normalerweise essen… Deshalb stapeln sich gerne die Marmeladen in der Kammer und die großen 1l Weckgläser in meiner Bar, von so gut wie allem bin ich zwar geschmacklich überzeugt (manchmal passieren eben Unfälle), trotzdem steht die Chance, mal ein Glas aufzumachen, relativ schlecht. Heute jedoch habe ich nicht nur eines, sondern gleich zwei Gläser eingelegte Sauerkirschen verarbeitet! Gut, es waren nur kleinere 500ml Gläser, aber trotzdem, Hauptsache die Sammlung reduziert sich, bevor ich wieder neues koche. Und dann weiß ich auch, welches Obst ich öfter einkochen sollte und auf welches ich besser erst mal verzichten kann. Ich bin sicher, die Kirschen werden nicht allzu lange einstauben!

Natürlich ist es keine Voraussetzung für diesen Kuchen, die Kirschen selber einzumachen, das klappt auch super mit einem großen Glas aus dem Laden. Vielleicht sogar ein kleines bisschen besser, weil das originale Rezept mit gekauften Gläsern rechnet. Deshalb schreibe ich hier mal wie die simple Variante funktioniert und wo ich etwas anpassen musste, erwähne ich es mithilfe von einem kleinen “*”

Was man für eine Schwarzwälder Kirschtorte so alles braucht:

  • für den Schokobiskuit:
    • 6 Eier (getrennt)
    • 250g Zucker
    • 200g Mehl
    • 75g Speisestärke
    • 50g Kakaopulver
    • 2 TL Backpulver
  • für die Füllung
    • 1 Glas gekaufte Sauerkirschen *oder 2 kleinere selbst eingekochte Gläser
    • 25g Stärke
    • 600-800g Schlagsahne
    • 2 Päckchen Sahnesteif
    • 1 EL (Vanille)Zucker
    • ein kleines Fläschchen Kirschwasser
    • etwas Kirschsaft, etwa 100ml
    • Schokoraspeln

Nützliche Utensilien sind hierbei eine Küchenmaschine, eine 26er Springform, Spatel, ein großer Sieb, Schneebesen, Kochtopf, Spritzbeutel mit Sterntülle, Silikonpinsel, Tortenring, Tortenretter und ein Tortenboden-Schneidedraht-Dings!

Zuerst, und das geht auch durchaus schon am Vortag, wird das Eiweiß mit einer Prise Salz steif geschlagen und beiseite gestellt. Dann werden die Eigelbe mit dem Zucker und 6EL bzw 90ml heißem Wasser sehr hell aufgeschlagen (eine Küchenmaschine ist hier wirklich praktisch!), bis keine Zuckerkristalle mehr zu fühlen sind. Das kann gut und gerne mal 5 Minuten geschlagen werden.

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen und über die Eigelbmasse sieben, mit einer Spatel geduldig unterheben. Ist hierbei eine homogene Masse entstanden, wird nun auch der Eischnee in 2 Portionen untergehoben, bis gerade so alles homogen aber noch so luftig wie möglich ist. In eine gefettete und gemehlte 26er Springform streichen und bei 200°C Ober-Unter-Hitze für 30-35 Minuten backen. Gegen Ende kann die Temperatur runtergeschaltet werden. Stäbchenprobe nicht vergessen! Biskuit im Ofen langsam auskühlen lassen.

Ich liebe den Duft und den Anblick (und natürlich auch den Geschmack, wenn ich mal nasche) dieses Biskuitteiges! Trotzdem ist er ohne Tränke etwas zu trocken…

Nun geht es an die Füllung. Dafür zuerst die Kirschen abtropfen lassen und den Saft in einen Kochtopf geben.
*Bei mir waren 2 500ml Gläser etwas zu viel Kirschen, aber die richtige Menge an Flüssigkeit, weshalb ich einfach ein paar mehr Kirschen genascht bzw beiseite gelegt habe. Evtl bei ausreichend Saft davon schon welchen zum Tränken abnehmen, ich hatte tendenziell zu wenig Saft und habe deshalb welchen aus der Flasche verwendet.

Den Saft nun im noch kalten Zustand mit der Speisestärke vermischen. Hier gibt es 2 Methoden: entweder mischt man die Stärke nur mit einem kleinen Teil der Flüssigkeit, bringt den Rest zum Kochen und gibt dann die Stärkemischung unter kräftigem Rühren hinzu. Diese Methode würde ich empfehlen. Alternativ kann man aber die Stärke auch gleich in den Topf geben, solange man sie gut verrührt und auch beim Erhitzen ständig ans Rühren denkt, da die Stärke sonst absinkt, der herdnahe Teil der Flüssigkeit zuerst eindickt und am Ende anbrennt bevor der Rest auch nur dicklich wurde. Also brav rühren, dann klappt es schon!
*Mein Kirschsud war nicht so süß wie es bei gekauftem der Fall wäre, weshalb ich noch etwas Zucker hinzugefügt habe, ganz nach persönlichem Geschmack. Außerdem kann man den Kirschteil auch gut mit etwas Zimt oder Kardamom aromatisieren.

Bevor nun die Kirschen in den eingedickten Sud, der wenigstens für 2 Minuten geköchelt haben sollte um den Stärkegeschmack loszuwerden, eingerührt werden, die schönsten 12 oder 16 raussuchen und für die Dekoration beiseite legen. Der Rest kann nun untergerührt werden, dann wird der Topf zum Abkühlen beiseite gestellt. Außerdem kann die Sahne frisch aus dem Kühlschrank angeschlagen, mit Sahnesteif und (Vanille)Zucker angereichert und schließlich steif geschlagen werden.

Leider ein bisschen verwackelt, aber ich mag den Ablick eines Kirschmeeres!

Jetzt geht es an die Böden und ans Schichten. Dazu den Biskuit aus der Springform lösen und den gewölbten Deckel abschneiden und naschen. Der übrige Kuchen wird jetzt gleichmäßig in 3 Böden geteilt, das mache ich am liebsten mit einem geriffelten Draht an einem Gestell zum Höheverschieben. Der erste Boden kann nun auf eine Kuchenplatte gelegt werden. Da mir blankes Kirschwasser zum Tränken viel zu stark wäre, denn ich tränke bei dieser Torte sehr viel, habe ich ein kleines Fläschchen mit Kirschsaft aus der Flasche verrührt. Diese Flüssigkeit wird nun mithilfe eines Silikonpinsels auf den gesamten Boden gestrichen, bis dieser ebenmäßig getränkt ist. Bei dem untersten Boden habe ich nur eine Seite getränkt, besser wären vermutlich beide gewesen. Mit einem Tortenring schließt man nun den Boden dicht ein, bevor die ganze Portion Kirschen darauf gegeben wird. Diese sollten genug Zeit bekommen, um auszukühlen, bevor sie mit einer Schicht Schlagsahne versehen werden. Ist auch die Sahne glatt gestrichen, kommt der beidseitig getränkte Boden Nr. 2 darauf, der ebenfalls eine Schicht Sahne abbekommt und mit dem getränkten 3. Boden belegt wird.

Das Grundgerüst der Torte steht nun, ich habe mich für eine klassische Dekoration mit Sahne, Schokoraspeln und Kirschen entschieden und den Deckel mit einer Schicht Sahne und regelmäßig angeordneten Tuffs versehen. Vermutlich hätte ich besser zuerst die Schokoraspeln und dann die Tuffs verteilt, zumindest weil ich keinen geschlossenen Ring an Sahnetuffs gespritzt hatte und so die Raspeln auch dazwischen bringen musste. Hätte ich keinen Mangel an Sahne gehabt, hätte ich vermutlich einen dichten Ring gespritzt und die Raspeln einfach in die Mitte geben können.

Meine Torte bekam außerdem noch eine kleine Kirsche in die Mitte, bevor sie über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank kam. So habe ich zumindest die Hoffnung, dass sie sich bestmöglich aus dem Ring lösen lässt, um sie anschließend noch mit mehr Sahne einzustreichen und Schokoraspeln zu garnieren. Und schon ist sie fertig und ich bin 2 Gläser sinnvoll losgeworden! Leider geht die Torte auf eine kleine Reise, sodass ich sie nicht probieren kann, aber es wird bestimmt nicht die letzte dieses Jahr gewesen sein! Immerhin habe ich noch eingemachte Kirschen übrig und gelernt, dass ich mit 500g Sahne eben doch nur semi vernünftig zurecht komme… ^^

Vermutlich sollte ich nächstes mal auch besser mehr Schokoraspeln verwenden… Aber ich bin zufrieden!

Viel Spaß beim Nachbacken,
~Alina